Der Onlinehandel hat während der Corona-Pandemie maßgeblich profitiert. Die Maßnahmen der Regierung zur Eindämmung der Pandemie wurden zwar nun gelockert, aber dennoch zieht es die Menschen kaum in den Einzelhandel. Der Komfortgewinn wird geschätzt. Zusätzlich zu den Onlineshops gibt es außerdem neue Geschäftsfelder und Aufsteiger in der Online-Shop – Welt, welche wir uns genauer ansehen.

E-Commerce in Deutschland auch vor Pandemie stark

Der E-Commerce hatte in Deutschland auch vor der Pandemie einen Zuwachs von mehreren Prozentpunkten im Jahr. Die Pandemie beflügelte zusätzlich, denn der Einzelhandel war für mehrere Wochen geschlossen. Es blieb nur die Möglichkeit, dass online bestellt wird. Damit ist der Umsatz im E-Commerce von 72,6 auf 83,3 Milliarden Euro gestiegen, laut des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh) – ein Plus von 14,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Einzelhandel wird immer mehr verdrängt.

Aufsteiger waren dabei vor allem die bekannten Unternehmen, welche auch in den Vorjahren stets zugelegt hatten. Marktführer Amazon hat in Deutschland einen Umsatz von 24,7 Milliarden Euro erzielt, dies entspricht einem Zuwachs von 33 Prozent. Offenbar blieb die Gewinnmarge auch gleich, dies ist beinahe einzigartig. Andere Händler mussten die Gewinnmarge senken, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Die Otto-Group aus Hamburg (inklusive Versandhaus Heine in Karlsruhe) hat in Deutschland (Geschäftsjahr 2020/2021; 28. Februar) einen Umsatz von 6,9 Milliarden Euro erzielt – im Vorjahreszeitraum waren es 5,7 Milliarden Euro. Zu den Gewinnern zählt auch Zalando aus Berlin, denn auch 3.400 stationäre Händler nutzen die Plattform.

Zalando kommt den Gesamtumsatz 2020 auf 8,0 Milliarden Euro erhöhen (Zuwachs von 23,1 Prozent), hieran macht der deutsche Markt etwa 28,9 Prozent aus. Der kleine Versandhändler Jacob Elektronik verzeichnete den größten Zuwachs seit Firmengeschichte, und zwar 40 Prozent – auf 290 Millionen Euro.

Neue Geschäftsfelder durch Pandemie weltweit

Der Bedarf an Hygieneartikel und Masken ist weltweit um ein Vielfaches gestiegen und es ist anzunehmen, dass auch in Zukunft dieser Sektor profitieren wird. In Befragungen geben Menschen auch immer wieder zu einem Großteil an, dass auch nach der Pandemie verstärkt auf Hygiene geachtet wird und weiterhin ein Mund-Nasen-Schutz zum Beispiel in den öffentlichen Verkehrsmitteln getragen wird.

Ein klarer Gewinner aus der Pandemie ist so auch das deutsche Unternehmen Maskmedicare, welches die Chance genutzt hatte und in der frühen Phase der Pandemie das Unternehmen aufgebaut hat. Hygieneprodukte sind im Onlinehandel ein weitgehend neues Geschäftsfeld, denn zuvor gab es in der Regel nur eine Nachfrage aus dem Gesundheitswesen und weniger von Privatpersonen oder Unternehmen.

Weniger Retouren denn je

Die Retouren waren bisher ein großes Problem für den Versandhandel, denn dadurch entstehen zusätzliche Kosten und häufig muss das Produkt danach zu einem günstigeren Preis verkauft werden oder gar entsorgt werden. 

Allerdings ist seit der Pandemie die Retouren Absicht auf einem Tiefstand, denn noch nie zuvor wurden so wenige Artikel zurückversendet, obwohl die Bestellungen erheblich gestiegen sind. Ein Grund könnte sein, dass vor allem Produkte gekauft worden sind, welche in der Regel seltener retourniert werden.

Bei Otto ist die Quote an Retouren um fünf Prozentpunkte gesunken, während die Retourenquote bei Zalando (weltweit) bei durchschnittlich 50 Prozent liegt und dies seit Pandemie gleichbleibend.